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ZUFLUCHTSTADT WEIMAR

Weimar - Stadt der Zuflucht  e.V.



Unsere Gäste


Die Hamburger “Stiftung für politisch Verfolgte” ersuchte uns um Unterstützung für eine ukrainische Journalistin aus Donezk und so konnten wir Anfang 2017 Karina Oganesyan das “Friedl-Dicker-Stipendium” zusagen. Als Korrespondentin der “Deutsche Welle” hatte sie sich mit ihrer Berichterstattung zwischen die Fronten der Kriegsparteien begeben und wurde wiederholt bedroht. Auf Grund ihrer guten Deutschkenntnisse konnte sie an zahlreichen Veranstaltungen in Deutschland teilnehmen und wurde immer wieder als Gesprächspartnerin zu Diskussionen, Gesprächen und Radiosendungen eingeladen.

2016 bat uns “Reporter ohne Grenzen” um Hilfe für Samia Saif aus dem Jemen. Die 13. Stipendiatin kam ziemlich entkräftet und in instabiler körperlicher Verfassung nach Weimar und lebte hier sehr zurückgezogen. Nach der Nachricht von einem gewaltsamen Todesfall in ihrer Familie brach sie ihren Aufenthalt ab und kehrte zu ihrer nun allein stehenden Mutter zurück.

2015 - 2016 Aus China floh Miao Zhang, nach dem sie neun Monate wegen Kritik an der politischen Führung in Haft gewesen war. Schon zwei Tage später klopfte die Polizei wieder an ihre Tür, traf sie aber nicht mehr an. Frau Zhang hatte früher schon einmal in Deutschland gelebt und war nach dem Tod ihres Mannes zurück nach China gegangen um u.a. als Assistentin der ZEIT - Redaktion in Bejing zu arbeiten. Ihre Zweisprachigkeit ist ihr heute leider für sie kaum eine Hilfe, da potentielle Arbeitgeber in Deutschland Probleme mit chinesischen Behörden fürchten. So konnten ihr wir für die erste Zeit bis Mitte 2016 eine Unterkunft und existentielle Absicherung bieten.

2015 erreichte uns ein Hilferuf für Ali Al Kurdi, einen ca. 65 Jhare alten Schriftsteller und Journalisten der in den letzten 40 Jahren einen Großteil seines Lebens wegen seiner politischen Arbeit in verschiedenensten Haftanstalten zugebracht hatte - zuletzt in Syrien. Zu dieser Zeit befand er sich ohne Aufenthaltsstatus im Libanon und so war Eile geboten. Wir konnten ihm ein Stipendium zusichern und die Einladung der Stadt Weimar, zusammen mit seiner Tochter. Nach fast dreimonatiger Wartezeit gelang es auch, seine Frau aus Syrien zu uns zu bringen. In Deutschland erhielt er nach einem halben Jahr Asyl und zum ersten mal seit Jahrzehnten konnte er ein Leben in Sicherheit und ohne Bedrohung führen.

2013 -2014 suchte Erik Arellana Bautista wieder Zuflucht in Weimar, diesmal mit Frau und Kind. Nachdem er 2012 Menschenrechtspreise der Botschaften Deutschlands und Frankreichs in Kolumbien entgegengenommen hatte, sah er sich nun erneu bedroht. Frühere hohe Militärs, die Gegenstand seiner schriftstellerischen Arbeit gewesen waren, wurden aus der Haft entlassen nd bedrohten nun aufs Neue ihre Gegener aus der Menschenrechtsbewegung.  Im Juni 2014 bot ihm der PEN ein Stipenium in Hamburg an.

Bui Thanh Hieu aus Vietnam kam als neunter Gast nach Weimar. Er ist weit über die Grenzen seines Landes als Blogger und Satiriker bekannt. Mehfach inhaftiert, konnte er durch kluge Argumentation eine längere Haftstrafe vermeiden. Nachdem vietnamesische Gerichte mehr und mehr drakonische Strafen gegen Blogger und Literaten verhängten, die sich für Menschenrechte engagierten, entschloss er sich zur Ausreise. Auch er bekam im Anschluss an seine Weimarer Zeit ein Stipendium des deutschen PEN und lebt in Berlin.

2012 - 2013 nahmen wir die tunesische Schriftstellerin Najet Adouani auf. Mit Gedichten und Romanen zum Thema weiblicher Gleichberechtigung hatte sie sich zahlreiche Feine in ihrem Land gemacht und entkam in Tunis nur knapp einem Mordanschlag. Nach ihrem Aufenthalt in Weimar wurde sie in das Writers in Exile Programm des PEN aufgenommen und lebte in Berlin. Nachdem Tusien als sicheres Herhknftsland eingestuft wurde ist sie jetzt von Abschiebung bedroht.

2011 konnten wir Ali Al-Jallawi als Stipendiat begrüssen. Er gehört zu den bekanntesten Autoren in Bahrain. Durch sein Eintreten für Menschenrechte und die Freiheit des Wortes war er bereits vier Jahre in Haft. Erneut von Haft und Folter bedroht mußte er sein Land verlassen und engagiert sich als Autor zahlreicher Gedichte und Romane via Internet in seiner Heimat. Nach Ablauf seiner Weimarer Zeit erhielt er ein Literatur-Stipendium des Freistaates Thüringen und lebt nun in Berlin.

Sechster Empfänger des “Friedl Dicker Stipendiums” war
2010 Siarheij Kalenda aus Weißrussland. Er gehört zur jungen Generation freier Autoren die sich, entgegen staatlicher Direktiven, der Pflege und Erneuerung der Weißrussischen Sprache als Literatursprache verschrieben hat.

2008 - 2009 Fünfter Gast war Carlos Valerino aus Kuba. Seine Gedichte sind ein lyrische Appell, die Sehnsucht nach gesellschaftlicher und persönlicher Freiheit, nach sozialer Gerechtigkeit nicht aufzugeben. Nun  schreibt er wieder in Santiago de Cuba

2006 - 2007 Mit Aqueel H. A., seiner Frau und deren zweijähriger Tochter aus dem Irak, hatten wir 2006 erstmals eine Familie zu betreuen. Aqueel arbeitete als Journalist und Übersetzer mit Kollegen vom Deutschlandfunk zusammen, um durch Recherchen und Berichte über die Aktivitäten der unterschiedlichen Milizen und deren politische Verflechtungen im Irak aufzuklären.Mehr noch als seine Gedichte über das tägliche Leben in Bagdad, brachte ihn und seine Familie die journalistische Tätigkeit zunehmend in Gefahr.
Während seines Aufenthaltes in Weimar schrieb Aqueel H. A. Lyrik sowie Texte für den Irak,
entschloss sich aber, wegen der hohen Gefährdung seiner Familie bei einer Rückkehr in den Irak
und wegen der deutschen Abschiebepraxis zu emigrieren.

2004 - 2005 Der Kolumbianer Erik Arellana Bautista war unser dritter Gast. Erik Arellana engagiert sich mittels Film,  Text und Musik in seiner Heimat für den gewaltfreien Widerstand gegen den schon über fünf  Jahrzehnte währenden Bürgerkrieg.
Während seines Aufenthaltes hier nahm Erik Arellana an einem Master - Studiengang (Medien) der Bauhaus - Universität Weimar teil. Im Rahmen dieses Studiums bearbeitete er in Kolumbien aufgenommene Bilder zu einem Film, der die Situation der Landbevölkerung in seiner Heimat
thematisiert, die sich vor den bewaffneten Banden zu schützen versucht.
2005t kehrte er zurück nach Kolumbien um seine Arbeit in der Heimat fortzusetzen.

2004 konnten wir für einige Monate José Anibal Campos einen Rückzugsort bieten.
Der kubanische Germanist und regimekritische  Essayist hat, neben zahlreichen Übersetzungen deutscher Belletristik, auch Beiträge zur Geschichte Kubas, z.B. “Karneval der Diktaturen” verfasst. In Weimar arbeitete er überwiegend an einem Buch über den österreichischen Dirigenten Erich Kleiber (1890-1956), der 1943-47 das Philharmonische Orchester in Havanna aufbaute und leitete. Heute lebt und arbeitet José Anibal Campos in Spanien

2000 - 2002 Erster Gast der Stadt Weimar und unseres Vereins war in den Jahren 2000-02 der iranische Journalist und Essayist  Kazem Kardevani.
Nach seiner Teilnahme an einer Tagung zu den Reformbewegungen im Iran, die 1999 in Berlin stattfand, durfte er nicht in seine Heimat zurückkehren.Überzeugt von der Notwendigkeit, Staat
und Religion zu trennen, arbeitete er hier weiter an Recherchen zur Rolle der Intellektuellen im Iran, schrieb Artikel für Zeitungen, Essays, aber auch an einer Übersetzung des “Gilgamesch-Epos” ins Persische. Zur Zeit lebt Kazem Kardevani in Berlin.